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 Interview: Manfred Hohmann Wie Unternehmer und "Salon des Jahres" Gewinner Manfred Hohmann seine Mitarbeiter managt.
Viele junge Unternehmer kennen das: Sie hechten von einem Kunden zum nächsten und sind Hauptumsatzträger im Salon, während die Umsätze der Mitarbeiter vor sich hindümpeln. Dabei wartet nach Salonschluß noch jede Menge unternehmerische Aufgaben auf den Chef oder die Chefin. Auf Dauer geht das an die Substanz. Wer den Mumm hat, sich selbständig zu machen ist in der Regel ein zupackender Mensch der Arbeit nicht scheut und sich bereitwillig in die Verantwortung begibt. In Salons führt das manchmal dazu, dass Chefs für alles zuständig sind und die Mitarbeiter mehr oder weniger motiviert die Kunden übernehmen, die übrig bleiben. Aufgaben zu delegieren, Ziele zu beschreiben und die Mitarbeiter auf diese Unternehmensziele einzuschwören, sie in die Verantwortung dafür zu nehmen bleibt da oft auf der Stecke.
Manfred Hohmann, Friseurunternehmer in Fulda mit 70 Mitarbeitern in sechs Salons und einer Friseurschule ist sich sicher: „Viele Unternehmer sind beim Mitarbeitermanagement viel zu lax, weil sie ihre Leute als Kreative nicht mit harten Zahlen konfrontieren wollen. Aber Mitarbeiter müssen rentabel sein, sonst ist der ganze Salon auf Dauer gefährdet." Manfred Hohmann sorgt auf verschiedenen Ebenen dafür, dass seine Mitarbeiter genau wissen, was er von ihnen erwartet. Die beiden wichtigsten Unternehmensziele sind für ihn: 1. Die Kunden sollen von unseren Mitarbeitern begeistert sein 2. Die Mitarbeiter müssen die vorgegebenen Pro-Kopf-Umsätze und Kundenzahlen erreichen.
Um diese Ziele zu erreichen, die ein hohes Maß an Eigeninitiative und Verantwortung von den Mitarbeitern verlangt, arbeitet Manfred Hohmann auf mehreren Ebenen:
Eigene Kaderschmiede. In seiner Schule Quintessenz bildet er seine eigenen Lehrlinge und Friseure nicht nur in handwerklichen Fähigkeiten, sondern auch in Persönlichkeitstrainings und Betriebswirtschaft aus. Hier lernen Lehrlinge vom ersten Tag an an zahlenden Kunden zu arbeiten.
Persönlichkeitstrainings. In speziellen Trainings lernen die Mitarbeiter, wie sie ihre Stärken betonen, ihre Kommunikationsfähigkeit verbessern, ihre Schwächen verkümmern lassen, kurz: zu begeisternden, auch im sozialen Umfeld erfolgreichen Menschen werden.
Kritische Auswahl. Die hunderte von Schülern, die sich jedes Jahr bei Manfred Hohmann um einen Ausbildungsplatz bewerben, werden aufwändig geprüft, ob sie das Zeug zu einem erfolgsorientierten Mitarbeiter haben. Sie müssen sich vor Kunden präsentieren und ihre Ziele beschreiben. „Da wollen wir nicht hören, dass sie schon immer ihre Puppen frisiert hat, idealerweise hören wir, dass sie von einem eigenen Salon träumt - das sind die richtigen Partner für uns!" beschreibt Manfred Hohmann seinen Anspruch. Erst dann werden sie zum Probearbeiten eingeladen.
Zielpositionierung. Alle Mitarbeiter von Manfred Hohmann werden mehrmals im Jahr auf die Unternehmensziele eingeschworen. "Mitarbeiter brauchen klare Zielvorgaben, damit sie wissen, wo es hingeht!" erklärt Manfred Hohmann. Wer als Unternehmer seine Ziele im stillen Kämmerlein festlegt, muß sich nicht wundern, wenn die Mitarbeiter nicht mitziehen."
Klare Vorgaben. Neue Mitarbeiter erhalten zu Beginn ihres Arbeitsverhältnisses einen Brief, in dem genau beschrieben wird, welche Umsatzzahlen in den ersten drei, sechs, neun und 12 Monaten von ihm erwartet werden. So kann er sich von Anfang an auf diese Ziel hin positionieren und weiß, was von ihm erwartet wird.
Klare Überprüfbarkeit. Jeder Mitarbeiter bei Manfred Hohmann kann täglich auf dem Computer abrufen, ob er sein Soll erreicht hat, wieviel Umsatz noch fehlt oder wieviel er bereits drüber ist. Für jeden Salon wird eine eigene Kalkulation erstellt und jeder Mitarbeiter weiß genau, wie hoch sein eigener Anteil am Salonerfolg ist. Diese permanente Überprüfbarkeit der Zahlen motiviert nach Manfred Hohmanns Erfahrung die Mitarbeiter sehr stark, noch mal Gas zu geben und eines draufzusetzen. „Wir hatten schon immer tolle Mitarbeiter, aber seit wir dieses System einsetzen, haben sich viele nochmals enorm gesteigert!" freut sich der Unternehmer.
Klare Belohnungssysteme. Genauso klar wie die Vorgaben mit elf Kunden täglich, Pro-Kopf-Umsätzen und Farbanteilen sind auch die Umsatzbeteiligungen geregelt. Der Mitarbeiter kann am Computer jederzeit ablesen, wie hoch sein zusätzlicher Lohn am Ende des Monats sein wird und welche Gewinnbeteiligung er bekommen wird, sobald er über sein Umsatzsoll erwirtschaftet hat. Aufgrund der vorgegebenen Ziele ist auch festgelegt, welche Firmenautos an welche Mitarbeiter gehen. Manfred Hohmann: „Manche Mitarbeiter fahren ständig ein Auto von uns, manche eben nur drei Monate. Wichtig ist, dass jeder genau weiß, wofür er was bekommt!"
Klare durchschaubare Zahlen. „Wir lassen bei den Zahlen komplett die Hosen runter", sagt Manfred Hohmann, denn nur dann ist man glaubwürdig als Unternehmer. Die Mitarbeiter müssen wissen, wofür das Geld ausgegeben wird, dann sind sie auch bereit, sich am Erfolg des Unternehmens zu beteiligen. Die Salonzahlen werden jeden Monat von den Salonleitern mit den Mitarbeitern diskutiert.
Fazit dieses Mitarbeitermanagements, das Manfred Hohmann ausführlich auf dem Hörbuch von HairPRO's beschreibt ist: Mitarbeiter brauchen klare Zielvorgaben und nachvollziehbare Umsatzbeteiligungen und Belohnungssysteme, um die eigene Leistung auch richtig einschätzen zu können. Dann stimmt die Kasse im Salon und die des Mitarbeiters gleichermaßen.
Wenn Sie mehr zu diesem Thema wissen wollen: 60 Minuten Mitarbeitermanagement by Manfred Hohmann auf CD zum Bestellen über „Karrieretipps" bei Friseurjobagent.
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